Hintergrundmusik

DIE OSSIS HATTEN JA NIX!


...ist ein gängiges Vorurteil bei uns hier im Westen. Aber wenn der slotcarinterressierte Sammler mal über seinen Wessitellerrand kuckt, wird er schnell merken das das am zweitweitest verbreitete, deutsche Slotcarsystem nach Carrera nicht von Märklin oder Fleischmann, Stabo, Gama usw. stammt, sondern vom VEB PREssFOrmwerk Dresden!

Wer hat sie auf Modelautobörsen noch nicht gesehen, diese nahezu unzerstörbaren Plastikrenner aus der ehemaligen DDR?
Man sieht das Sie da sind und geht in der Regel weiter. Verdient haben es diese kleinen Flitzer aber durchaus mal genauer hinzusehen.
Die Slotcars aus westdeutscher Produktion sind lange nicht so robust wie die Modelle von Prefo. Allenfalls frühe Scalextrix, die ebenfalls aus diesem butterweichen Kunststoff sind, können da mithalten.

Grade für kleine Kinder sind Prefo's daher durchaus prima für den Einstieg in das Slotcarhobby. Reisst bei einem Märklin Sprint Ferrari F1 312T4 der Heckspoiler ab, rauft sich Papi schonmal gern die Haare (200€ im Popo). Passiert das Gleiche beim PREFO Tyrell P34, steckt man den Spoiler einfach wieder dran.

Gut, Detailreichtum kann man bei Prefo nicht erwarten, aber grade der krude Charme des Kinderspielzeugs hat auch seine reizvollen Seiten.


Hier also erstmal ein kleiner Überblick über die späten PREFO-Modelle ohne Lenkung, die sich meines Erachtens am Besten zum Fahren eignen (wenn man sie leicht überarbeitet hat).

viel Spass also :)


WARTBURG HTS Formel Eastern


Als Hartmut Thaßler seinen Formelrenner vorstellte, war mit einem Schlag alles an Fahrzeugen,
die im damaligen Ostblock Formelrennen fuhren, veraltet.
Das Prefo diesen Renner als Modell auflegte lag auf der Hand.
Hier eine kleine Farbauswahl:



Farben gibt's wie Sand am Meer. Mir sind zusätzlich zu den oben abgebildeten noch braune Karos bekannt.
Das heisst aber nicht, das es nicht noch mehr gibt. Irgendwie ist bei Prefo wohl Alles in die Spritzgussmaschine gekommen,
was grade da war. Wie gesagt, die hatten ja nix.... ;)


MELKUS RS1000


Als Kinder haben wir aufgeregt hinterher gesehen, wenn der neue Porsche 930 Turbo vorbeidonnerte.
Wie muss es erst den 10-Jährigen "drüben" gegangen sein, wenn der traumhafte Melkus RS1000 vorbeifuhr?
Heinz Melkus hat hier ganz zweifellos einen Traumwagen auf die Räder gestellt,
der zumindest vom Design nicht den Vergleich mit den großen europäischen Sportwagenmarken scheuen musste.
Wen stört da der blaue Auspuffdunst vom 2Taktmotor? Mich bestimmt nicht!


Auch hier gilt: Wer weiss welche Farben es alle gab? Der Geier eventuell? ;)




Tyrell P34/1


Als Derek Gardner, Ken Tyrell's Chefkonstrukteur, 1976 den Typ P34 präsentierte, war die Fachwelt baff!
Sechs Räder an einem Formelauto? Was sollte der Blödsinn denn?
Die Antwort war relativ simpel. Durch die kleinen Vorderräder wurde der Luftwiderstand ordentlich verringert
und durch die Verdoppelung der Radanzahl blieb die Kontaktfläche gleich.
Das Rezept ging auf, und der P34 gewann sogar 2 Rennen. Da Tyrell aber das einzige Formel1-Team
war, welches die kleinen Goodyearreifen verwendete, blieb die Weiterentwicklung der Reifen schnell
hinter der Entwicklung der Standartreifen zurück. Das war's dann mit dem P34 nach nur 2 Rennjahren. Schade eigentlich.

Hier die Prefointerpretation des Tyrell P34/1 (Beim P34/2 war der Motor verkleidet)


Den roten P34 gab es auch mit rotem Spoiler und roter Lufthutze!

Ferrari P5


Tja, öhh, ähm....wie soll ich's sagen? Auch grosse Männer haben mal einen schlechten Tag!
Einen Solchen musste muss Batista "Pinin" Farina wohl gehabt haben, als er 1968 den P5 zeichnete.
Es ist mir unbegreiflich warum Prefo ausgerechnet diese Möhre,
den wohl häßlichsten aller Ferrari, ins Programm aufnahm.
Um es klar zu sagen: Die Studie von 1968 sieht wirkich so aus wie das Prefomodel!
Von der Lampenleiste bis zum Lamellenheck.
Naja. Auch von diesem Fahrzeug ein paar Fotos:





Chaparral 2D


Auch mit dem letzten hier vorgestellten Fahrzeug blieb Prefo seiner Linie treu,
besondere Fahrzeuge als Modell zu produzieren.
Der Rennfahrer und Konstrukteur Jim Hall brachte mit dem Typ 2D 1966 das
erste Rennfahrzeug mit Automatikgetriebe auf die Strecke.
Nur ein Jahr später, ein Jahr vor der Formel1, fuhren Chaparralfahrzeuge mit
teils riesigen Heckspoilern durch die Pampa.
Warum hat Prefo allerdings Scheinwerfer hinzugefügt wo keine hingehören?
Zumal man Prägungen in die Fahrzeugspitze gemacht hat wo sich die Scheinwerfer beim Orginal befinden.
Wahrscheinlich war der Massengeschmack wohl ausschlaggebend,
wonach ein Auto nunmal richtige Scheinwerfer braucht! :)

Auch hier mal ein kleiner Überblick über mögliche Farben der späten Modelle, ohne Lufthutze und Spoiler:




Und last but not least, hier mal die mir bekannten Verpackungen der späten Prefo.
Ich weiss da fehlen noch welche, aber die kommen noch.
Unten gibt's einen Downloadlink für eine Vorlage für die späten Faltkartons ohne Aufdruck:


Links die Kunststoffverpackungen (aus transparenten (oben) und undurchsichtigen Kunststoff (unten))
Oben die Pappschachtel mit Stüllpdeckel, unten die Pappschiebeschachteln mit und ohne Werbedruck.
Ob es die späten Prefo tatsächlich in den Kunststoffboxen gab, weiss ich nicht.
Ich habe jedenfalls späte Fahrzeuge in diesen Schachteln bekommen.


Ein Wort zum Schienenmaterial: Schaut euch mal eine Standartgrade von Prefo
im Vergleich zur Standartgrade der Carrera Universal an.
Im Slot der Prefoschiene sieht man noch, wo einst der Mittelleiter seinen Platz hatte.
Da liegt der Verdacht nahe, das Prefo orginal Carreraformen nutzte.
Ob da im Geheimen Verbindungen bestanden?
Denn hätte man schlicht kopiert, hätte Prefo diese Mittelleitergusskante mit Sicherheit weggelassen, oder?

Ich hoffe Euch hat unser kleiner Exkurs gefallen.

eurer Dierk vom ToyStoreTeam :)


Download:
später Prefofaltkarton
Eine JPG-Datei (Kartonprefo.jpg, 250KBytes)

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